Giant Trance 2 LTD (2016)

Kurztest: Giant Trance 2 LTD 2016

Eigentlich hätte es diesmal ein Canyon werden sollen. Auf dem Rückweg von einem Besuch in Trier, wollte ich in Koblenz ein paar Modelle Probe fahren. Das Schicksal hatte jedoch andere Pläne.

Leider hatte mich einige Tage zuvor aber eine massive Erkältung erwischt und ich gelangte nur mit Hilfe eines flügelverleihenden Getränks überhaupt wieder nach Hause. Mittlerweile war ich aber so von dem Gedanken an ein neues Mountainbike besessen, dass ich ein paar Tage später im lokalen Bikeshop aufschlug.

Von 2006 bis 2012 hatte ich ein Specialized Stumpjumper – ein Bike wie aus einem Traum. Leider wurde dieser Traum von netten Menschen inklusive Schloss von der Garagenwand gemeißelt, und ich fuhr erstmal vier Jahre Trekkingrad. Gerne hätte ich mir wieder ein Specialized gekauft, doch durch den ungünstigen Wechselkurs sind die zur Zeit leider unbezahlbar. Von dem aktuellen Herrenmodell, das ich bei einem Fahrtechnik-Kurs ausprobiert hatte, war ich außerdem wenig begeistert – möglicherweise wäre das Damenmodell passender, aber angesichts der Preise stellt sich mir die Frage gar nicht.

Der Bikeshop um die Ecke vom Büro führt hauptsächlich Cube, Focus und Giant. Schon das Vorjahresmodell des Giant Trance 2 LTD war für viel Fahrspaß gelobt worden, und tatsächlich hatte ich schon bei der Probefahrt vor dem Shop das Gefühl perfekten Handlings: enge Kurven, bergauf mit und ohne Lockout, Vorderrad anlupfen, bergab mit dem Gewicht hinter’m Sattel – leicht und spielerisch fügt sich das Trance jedem Impuls. Einzig merkwürdig ist das Heck: das vielgelobte Maestro-Hinterbausystem lässt einen bei geöffneter Federung extrem tief einsinken. Dabei scheint sich auch der Neigungswinkel des Sattels zu verändern – jedenfalls drückt dessen Vorderteil unangenehm gegen die Knochen, bis ich den Neigungswinkel nach unten anpasse. Bei arretiertem Dämpfer lässt sich auch im Wiegetritt gut bergauf pedalieren, einen Cross-Country Marathon würde ich mit diesem Bike aber eher nicht fahren.

Die Taufe auf den Isartrails fühlt sich fast an wie eine Fahrt auf Asphalt: Die 140mm Federgabel schluckt alles weg was ihr in den Weg kommt: Wurzeln und Steine werden überrollt als wären sie nicht da. Vom Fahrverhalten her merke ich keinen großen Unterschied zu einem 26″ Rad. Schnell und wendig geht es um Bäume und durch enge Steinspalten. Fantastisches Plus beim 2016er Modell: die absenkbare Sattelstütze!

Der erste Eindruck bestätigt sich auch im weiteren Verlauf der Saison 2016: Das Giant Trance 2 ist ein solides Tourenbike, das auf dem Trail viel Spaß macht. Das Stumpjumper-Nirvana bleibt allerdings unerreicht. Ob ein Canyon da näher dran gekommen wäre, bleibt auszuprobieren.

Ausstattung

Federgabel: FOX Performance 32 Float 140 FIT4 3-Position Lever
Dämpfer: FOX Performance Float 3-Position Lever (140 mm am Heck)
Sattelstütze: GIANT Contact SL Switch-Remote, Vario-Stütze
Schalthebel: Shimano SLX
Umwerfer: Shimano Deore
Schaltwerk: Shimano Deore XT Shadow Plus
Antrieb: Shimano Deore/XT 2×10
Bremsen: Shimano Deore Hydraulik-Scheibenbremse (180mm)
Bremshebel: Shimano Deore
Kassette: Shimano Deore, 11-36
Kurbelsatz: Shimano SLX, HollowTech II, 38-24 Z., MRP 2x Kettenführung
Tretlager: Shimano Deore
Laufräder: GIANT SXC-2 Disc
Laufradgröße: 27,5″
Reifen: Schwalbe Nobby Nic Performance 2,25″
Gewicht: 13kg
Preis: 2.299 €

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Testbericht vom Enduro Magazin
Das 2017er Modell auf giant-bicyles.com